Islamische Theologie


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Postdoc-Forschungsgruppe „Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft“

Die Postdoc-Forschungsgruppe „Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft“ wurde zum WS 2016/17 als wesentlicher Schwerpunkt der Forschung am IIT in der zweiten Förderphase durch das BMBF eingerichtet. Hier arbeiten vier Wissenschaftler verschiedener Fachdisziplinen zusammen, die eine theologische, islamwissenschaftliche und pädagogische Expertise zusammenführen. Die Forschungsgruppe setzt sich mit der Bedeutung und den Umsetzungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit in einer werteplural orientierten Migrationsgesellschaft in Deutschland auseinander.

Das Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück plant die Einrichtung des 2-Fach-Bachelor-Studiengangs „Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft“, an dessen Aufbau die Forschungsgruppe maßgeblich beteiligt sein wird. Die Forschergruppe befasst sich unter anderem mit Grundfragen der Theologie in der muslimischen Wohlfahrtsarbeit, der Professionalisierung gemeindlicher Strukturen und dem Aufbau von Trägerstrukturen.

Die Arbeit der Postdoc-Forschungsgruppe ist bis 2021 geplant und sie wird von Dr. Michael Kiefer geleitet. Außerdem sind hier folgende Wissenschaftler mit ihren Forschungsprojekten vertreten:

Forschungsbereich 1: Muslimische Wohlfahrtspflege – Theologische Grundlegung aus den islamischen Quellen und der Historie
Esnaf Begić, M.A.

Das Arbeitsvorhaben befasst sich mit der Grundlagenforschung im Bereich einer islamischen Seelsorge. Da die islamische Theologie in ihrem klassischen Selbstverständnis und in ihrer Systematisierung den Begriff „Seelsorge“ nicht kennt, steht im Vordergrund des geplanten Forschungsprojektes die Zielsetzung sie aus dem innerislamischen theologischen und religiösen Selbstverständnis heraus zu begründen. Darüber hinaus setzt sich das Forschungsprojekt zum Ziel mögliche Konzepte der inhaltlichen Füllung der Seelsorge zu entwerfen, die den Bedürfnissen und Herausforderungen der muslimischen  Präsenz in einer christlich und in vielerlei Hinsicht pluralistisch geprägten Gesellschaft und besonders der Migrationsgesellschaft entspricht.
 

Forschungsbereich 2: Muslimische soziale Arbeit in den Handlungsfeldern der Wohlfahrtspflege
Dr. Michael Kiefer

Das kumulativ angelegte Forschungsprojekt von Michael Kiefer fokussiert ausgewählte Praxisfelder der muslimischen Wohlfahrtspflege. Neben den klassischen Formaten der Jugendarbeit sind insbesondere Fragen der Radikalisierungsprävention Gegenstand von empirischen Untersuchungen. Darüber hinaus wird kritisch erörtert, ob die derzeitigen gemeindlichen Strukturen den Anforderungen einer professionellen Jugendarbeit gerecht werden können.

Forschungsbereich 3: Muslimische Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft
Dr. Jörg Ballnus

Die direkte Kooperation von Jugendarbeit und Schule stellt den Kern der geplanten Forschungsaktivitäten von Jörg Ballnus dar. Wichtig erscheinen aus dem bisherigen Stand der Planungen die mögliche Relevanz muslimisch geprägter Anforderungsfälle an die Schulsozialarbeit sowie die denkbare Verbindung mit aktuellen Präventionsmodellen der Jugendarbeit. Schließlich soll der Fragestellung nachgegangen werden, inwieweit religiöse Kompetenzen in der auf Musliminnen und Muslime bezogenen Schulsozialarbeit eine Rolle spielen. Fragen der Interaktion zwischen Schulsozialarbeit und möglichen Aspekten der Teilhabe an schulischem Umgang mit Religion und Weltanschauungen werden hierbei berücksichtigt.

Forschungsbereich 4: Organisation der muslimischen Wohlfahrtspflege
Samy Charchira, Dipl.-Soz.päd.

Das Arbeitsvorhaben von Samy Charchira beschäftigt sich mit der Frage der Integration einer aufkommenden muslimischen Wohlfahrtspflege in das gewachsene Handlungsfeld der professionellen Sozialen Arbeit in Deutschland und was diese tatsächlich leisten kann. Dabei werden die Angebotsstrukturen sozialarbeiterischen Handelns muslimischer Institutionen erhoben und skizziert. Des Weiteren wird untersucht, nach welchen methodischen Gesichtspunkten sich diese Angebotsstruktur richtet und ob sie mit den historisch gewachsenen Qualitätsstandards der freien Wohlfahrtspflege in Deutschland korrespondiert. Dabei soll das Betätigungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe im Fokus liegen und einer detaillierten empirischen Analyse unterzogen werden.

Auf der Grundlage der inhaltlich interdisziplinären Ausrichtung der Postdoc-Forschungsgruppe wirken in ihr drei weitere Nachwuchswissenschaftlerinnen als Projektmitarbeiterinnen mit:

- PD Dr. Sonja Strube vom Institut für Katholische Theologie,
- Judith von der Heyde, M.A. vom Institut für Erziehungswissenschaft,
- Isabell Diekmann, M.A. vom Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien